Ratgeber
Wärmepumpe im Altbau: Wann lohnt sie sich?
Die Wärmepumpe gilt als Heizung der Zukunft, doch viele Besitzer älterer Häuser zweifeln. Die gute Nachricht: Das Baujahr allein entscheidet nicht.
Informationen geprüft am . Förderbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die Angaben von BAFA und KfW.
Das Baujahr ist nicht entscheidend
Ob eine Wärmepumpe effizient arbeitet, hängt vor allem von zwei Größen ab: dem Wärmebedarf des Hauses und der Vorlauftemperatur, mit der die Heizkörper die Räume warm bekommen. Ein gut gepflegtes Haus aus den 1960er Jahren mit teilweise erneuerten Fenstern und gedämmtem Dach kann besser geeignet sein als ein schlecht gedämmtes Haus aus den 1980ern.
Der wichtigste Wert: die Vorlauftemperatur
Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je geringer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle (zum Beispiel der Außenluft) und Heizwasser ist. Als Orientierung gilt:
- bis etwa 50 °C Vorlauftemperatur am kältesten Tag: in der Regel gut geeignet
- 50 bis 55 °C: oft machbar, eine genauere Prüfung ist sinnvoll
- deutlich über 55 °C: vorher prüfen, welche Maßnahmen die Temperatur senken können
So testen Sie Ihr Haus selbst
Einen einfachen Praxistest können Sie im Winter mit Ihrer heutigen Heizung machen: Senken Sie die Vorlauftemperatur (bzw. die Heizkurve) schrittweise ab und beobachten Sie über einige Tage, ob alle Räume noch ausreichend warm werden. Notieren Sie, welche Räume zuerst kühl werden. Dort sind meist die Heizkörper im Verhältnis zum Wärmebedarf zu klein.
Lassen Sie die Einstellungen im Zweifel von Ihrem Heizungsfachbetrieb vornehmen.
Heizkörper: Austausch statt Fußbodenheizung
Eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung. In vielen Häusern reicht es, einzelne Heizkörper in kritischen Räumen gegen größere Modelle zu tauschen. Dazu kommt der hydraulische Abgleich, der dafür sorgt, dass jeder Heizkörper die richtige Wassermenge erhält.
Die Heizlast richtig ermitteln
Die Heizlast beschreibt, wie viel Leistung Ihr Haus am kältesten Auslegungstag braucht. Sie wird raumweise nach DIN EN 12831 berechnet. Ein erster Plausibilitätscheck ist über den bisherigen Verbrauch möglich: Wer jährlich etwa 2.000 Liter Heizöl oder 20.000 kWh Gas verbraucht, hat einen Wärmebedarf in dieser Größenordnung, abzüglich der Verluste des alten Kessels.
Eine zu groß gewählte Wärmepumpe ist ein häufiger und teurer Fehler. Lassen Sie sich die Heizlastberechnung zeigen, bevor Sie ein Angebot annehmen.
Was kostet der Betrieb?
Den Stromverbrauch schätzen Sie mit einer einfachen Rechnung ab: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl (JAZ). Bei 18.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,3 sind das rund 5.500 kWh Strom im Jahr. Wie hoch die Kosten sind, hängt vom Strompreis ab; viele Versorger bieten günstigere Wärmepumpentarife an.
Förderung
Der Heizungstausch auf eine Wärmepumpe wird über die KfW gefördert. Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen und ändert sich in den Jahren 2026 und 2027 schrittweise. Den aktuellen Stand finden Sie bei der KfW. Wichtig: Der Antrag muss in der Regel vor der verbindlichen Auftragsvergabe gestellt werden.
Fazit
Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau sehr gut funktionieren, wenn Vorlauftemperatur, Heizkörper und Dimensionierung passen. Eine Wärmepumpenberatung klärt diese Punkte, bevor Sie investieren.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.