Ratgeber
Sanieren ohne Fehlinvestition: 7 typische Fehler
Die meisten Fehlinvestitionen bei der Sanierung entstehen nicht auf der Baustelle, sondern am Schreibtisch: bei der Planung, oder weil gar nicht geplant wurde.
1. Ohne Gesamtplan anfangen
Einzelmaßnahmen sind nicht falsch. Aber ohne Plan passt die zweite Maßnahme oft nicht zur ersten. Ein Sanierungsfahrplan oder zumindest eine Energieberatung vorab kostet wenig im Vergleich zu den Investitionen, über die er entscheidet.
2. Die neue Heizung zu groß dimensionieren
Viele Heizungen werden nach der Leistung des alten Kessels oder nach Faustwerten ausgelegt. Alte Kessel sind aber häufig deutlich überdimensioniert. Bei Wärmepumpen führt Überdimensionierung zu höheren Anschaffungskosten und schlechterer Effizienz. Bestehen Sie auf einer raumweisen Heizlastberechnung.
3. Den Förderantrag zu spät stellen
Bei vielen Förderprogrammen muss der Antrag gestellt sein, bevor ein Auftrag verbindlich erteilt wird. Wer zuerst unterschreibt und dann beantragt, geht oft leer aus. Klären Sie die Förderung deshalb vor der Auftragsvergabe. Auch die geförderte Energieberatung muss vor ihrem Beginn beim BAFA beantragt werden.
4. Fenster tauschen, ohne an die Lüftung zu denken
Neue Fenster sind dichter als alte. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten oder ein Lüftungskonzept steigt die Luftfeuchte, und an kalten Wandflächen kann sich Schimmel bilden. Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 gehört bei umfangreicheren Fenstertauschen dazu.
5. Nur auf den Preis der Angebote schauen
Angebote sind oft schwer vergleichbar: Ist die Heizlastberechnung enthalten? Der hydraulische Abgleich? Elektroarbeiten, Fundament, Entsorgung der Altanlage? Ein günstiges Angebot kann durch Nachträge teurer werden. Lassen Sie Angebote auf Vollständigkeit prüfen.
6. Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung übersehen
Die Dämmung der obersten Geschossdecke, der hydraulische Abgleich, die Dämmung von Heizungsrohren im Keller oder eine richtig eingestellte Heizkurve kosten wenig und wirken sofort. Sie sollten am Anfang stehen, nicht am Ende.
7. Einsparversprechen ungeprüft glauben
„Bis zu 70 % Heizkosten sparen“ ist schnell versprochen. Wie viel tatsächlich eingespart wird, hängt vom Haus, der Ausführung und Ihrem Nutzungsverhalten ab. Seriöse Berechnungen nennen Annahmen und Bandbreiten statt einer einzigen Zahl.
Fazit
Die meisten dieser Fehler lassen sich mit einer fachkundigen Beratung vor der ersten Unterschrift vermeiden. Das Ziel ist nicht, möglichst viel zu sanieren, sondern das Richtige in der richtigen Reihenfolge.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.